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RESPEKT-JUNGS

Cornelius (19) baut Solarlampen in Burundi

Cornelius hilft Kenny aus Burundi beim Schaukeln. Klick hier für Infos über seine Arbeit in der Entwicklungshilfe!

Name: Cornelius


Alter: 19

Wohnort: Donaueschingen, zurzeit: Burundi


Beruf: Freiwilliger in der Entwicklungshilfe

Mein Vorbild: Sollte nicht jeder seinen eigenen Weg gehen? - denn „Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt.“ (Francois Truffaut)

Meine Hobbys: Waldhorn spielen, Joggen

Meine Musik: Rock, Ska, Jazz…

Mein Lieblingsfilm: „Die fetten Jahre sind vorbei“

Mein Lieblingsbuch: „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett

Mein Lieblingsessen: "brouchette de chèvre avec des frites de bananes" (Ziegengrillspieße mit Bananenchips)

Da engagiere ich mich / Da mache ich mit:
Ich arbeite als Freiwilliger des Entwicklungshilfeprogramms "Weltwärts" in Bujumbura im afrikanischen Land Burundi und habe verschiedene Aufgaben. Ich versuche, hier ein Solarlampenprojekt aufzubauen. Ich zeige Jean-Marie, einem ehemaligen Straßenjungen, wie man die Solarlampenbausätze, die in Deutschland hergestellt wurden, zusammenbaut und vermiete mit ihm die Lampen anschließend an Familien die keinen Stromanschluss haben. Jean-Marie soll später das Projekt selbstständig weiterführen, und bis jetzt sieht es sehr danach aus, dass dies auch funktioniert. Außerdem gebe ich im Straßenkinderheim Computerunterricht und an der Schule Deutschunterricht. Ich wohne zusammen mit ca. 50 Kindern in einem Waisenheim, spiele mit ihnen, helfe bei den Hausaufgaben und lebe einfach mit ihnen. Ich versuche ihren Horizont zu erweitern, weil viele keine Ahnung davon haben, wie Deutschland ist und dass es dort auch nicht nur reiche Menschen mit dicken Autos und großen Villen gibt, und dass das Geld auch nicht auf der Straße liegt.

Mir ist dabei besonders wichtig...
Zu versuchen mit den Einheimischen auf einer Ebene zu leben und zu kommunizieren, auch wenn mir bewusst ist, dass ich hier immer als der reiche „Muzungu“ (Weiße) gelten werde. Ich versuche mit allen respektvoll umzugehen und ermutige jeden dazu, sich seine eigene Meinung zu bilden und dieser auch treu zu bleiben.

Das macht mir daran Spaß:
In eine andere Kultur einzutauchen und zu sehen wie sich die Menschen entwickeln und sich ihre Situation zwar nur langsam, aber dennoch Schritt für Schritt verbessert. Man gibt den Menschen etwas, versucht ihnen zu helfen und bekommt gleichzeitig etwas zurück, das den tausendfachen Wert hat. Sei es auch nur ein Lächeln, einige nette Worte oder gar ein Freudentanz.

Das nervt mich manchmal:
Dass manchmal sehr hohe Erwartungen an einen gestellt werden und dass manche Menschen hier daran gewöhnt sind von den Weißen abhängig zu sein und gar nicht erst versuchen ihr eigenes, unabhängiges Leben aufzubauen. Die sprachliche Barriere ist auch immer wieder ein Ärgernis und gleichzeitig ein Hindernis sich tiefergehend mit jemandem zu unterhalten. Hier wird nun mal Kirundi als erste Sprache gesprochen und das Französisch ist nicht immer unbedingt das Beste…Außerdem nervt es mich dass man nicht weiß wie es mit den angefangenen Projekten weitergeht und was aus den Menschen hier wird, wenn 2010 die Präsidentenwahlen in Burundi sind und keiner weiß, ob es neue Unruhen gibt.

Mein sozialer Einsatz bringt mir was, und zwar:
Ich lerne dabei selbstständig zu Arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Außerdem lerne ich hier in Burundi viele interessante Menschen kennen und jeden Tag erweitert sich mein Horizont, weil es immer neue Herausforderungen zu bewältigen gibt. So wurde mir hier bewusst, was für ein Glück wir haben in Deutschland zu leben und dass wir uns nicht immer nur über alles aufregen sollten.

So bin ich darauf gekommen...
In Deutschland engagierte ich mich in der Musikkapelle in meinem Dorf, ich war dort Ausbilder und Jugendleiter. An der Schule war ich in der SMV (Schülermitverantwortung) und merkte, dass es Spaß macht mit Freunden Projekte zu planen, Probleme zu lösen und auch verantwortlich dafür zu sein. Nach meinem Abitur wollte ich dann ein soziales Jahr in Afrika machen. Daraufhin hat mir eine Bekannte von burundikids e.V. erzählt. Ich habe mich bei dem Verein beworben und bald darauf war dies meine Entsendeorganisation für ein weltwärts-Freiwilligenjahr in Burundi.

Anderen Jungs möchte ich sagen:
… es nicht nur Arbeit ist sich sozial zu engagieren, sondern dass es auch Spaß macht und dass es eine Bereicherung ist. Denn wenn man sich irgendwo engagiert, bekommt man auch immer etwas zurück. Mir würde ohne meinen Einsatz etwas fehlen!

Veröffentlicht: 03.02.2009

Quelle: http://www.respekt-jungs.de/Hey-Jungs/Was-geht-Jungs-engagieren-sich-sozial/Cornelius-19-baut-Solarlampen-in-Burundi