Medien & Gestaltung

Der Phonograph, die Sofortbildkamera und die Rollfilmkamera haben den Bereich Medien und Gestaltung von Grund auf revolutioniert. Dabei gab es im 19. Jahrhundert nur wenige Menschen, die sich mit der Idee des Tonaufzeichnens beschäftigten. Der US-Amerikaner Thomas Edison war einer von diesen und schaffte es im Jahre 1877 als erster, einen Phonographen zu entwickeln. Vor ihm gab es lediglich Patente für den Aufnahmevorgang, jedoch nicht für dessen Wiedergabe. Edison arbeitete an einem Gerät, das von Telegrafen verschickte Morsezeichen aufzeichnen sollte. Die Idee bestand darin, auf einem mit Papier umwickelten rotierenden Zylinder die entsprechenden Punkte  und Striche zu markieren. Es ging darum, die Punkte und Striche mit höherer Geschwindigkeit abzuspielen. Edison bemerkte, dass bei der schnellen Umdrehung des Zylinders ein Ton entstand, dass sich fast schon wie Sprache anhörte. Gleichzeitig arbeitete er an einem Mundstück mit einem spitzen Stift an der Rückseite. Durch weitere Forschungen und Zusammensetzen der Teile konnte er schließlich sein aufgenommenes durch Abspielen wieder hören.

Bei der Sofortbildkamera war die Entwicklungsphase anders. Hieran arbeiteten zahlreiche Forscher in Konkurrenz zueinander. Das Rennen machte der US-Amerikaner Edwin Herbert Land. Land schaffte es 1948 als erster, eine funktionierende Sofortbildkamera zu präsentieren. Die Idee dazu kam ihm, als seine Tochter ihn eines Tages fragte, warum sie das geschossene Foto nicht sofort haben kann. Herbert Land entwickelte daraufhin nicht nur die Kamera, sondern auch den dafür notwendigen Spezialfilm. Schon als Physikstudent gelang es ihm, die ersten modernen Filter zum Polarisieren von Licht zu bauen. Land war auch unternehmerisch aktiv und gründete 1937 die Polaroid  Corporation.

Die Erfindung wurde zu einem großen Erfolg. Bis zum Jahre 1956 wurden eine Million Sofortbildkameras verkauft, die innerhalb einer Minute schwarz-weiß Fotos entwickeln konnten. Der fertige Film musste lediglich von einer Unterlage abgezogen werden.

Die Rollfilmkamera gab es schon viel früher als die Sofortbildkamera. Erfunden wurde sie 1888 von George Eastman. Eastman arbeitete zunächst als einfacher Buchhalter in einer Bank. In seiner Freizeit ging er seiner Leidenschaft, der Fotografie nach. Er hasste es jedoch Stativ, Chemikalien und das Dunkelzelt mit sich rumzutragen und suchte nach einer einfachen Methode. Eastman fing daraufhin an, in der Küche seiner Mutter mit fotografischen Platten zu experimentierten. Mit seinem Konstrukteur William Walker patentierte er schließlich eine Rollfilmhalterung für bestehende Kameras. Jede Kamera hatte eine Filmrolle für 100 Bilder. Es gab keinen Sucher und auch keine Scharfeinstellung. Es wurde lediglich an einer Lasche gezogen, um den Verschluss zu öffnen. Anschließend drückte man einen Knopf um das Bild zu machen. Mittels einer Schraube wurde der Film dann weitergedreht. Sobald der Film voll war, wurde die gesamte Kamera nach Rochester oder Harrow in England geschickt. Für damalige Zeiten also eine enorme Erleichterung.

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