Schönheit & Wellness
Schönheits- und Wellnessprodukte waren lange Zeit den Wohlabenden Menschen vorbehalten. Dies änderte sich jedoch mit den geistreichen Erfindungen des letzten Jahrhunderts. Mit der Industrialisierung konnten Patente wie die Nylonstrümpfe, der Föhn oder auch der Lockenstab in Massen hergestellt und dementsprechend günstig angeboten werden.
Nylonstrümpfe wurden im Jahre 1935 von Wallace Hume Carothers erfunden. Nylon ist die erste Faser, die synthetisch aus Kohlenstoff, Wasser und Luft zusammengesetzt wird. Anfangs stellte man mit dem Nylon Zahnbürsten her. Erst paar Jahre später entdeckte man das neue Material auch für die Herstellung von Strümpfen. Carothers und seine Investoren hatten keine Vorstellung darüber, ob die Verbraucher das Produkt überhaupt annehmen würden. Daher stellten sie für den Anfang lediglich 4000 Paar Damenstrümpfe her. Und siehe da, innerhalb von wenigen Stunden blieb kein einziger Strumpf mehr übrig. Es folgten anschließend Tage, an denen sogar 1 Millionen Paar Nylonstrümpfe verkauft wurden. Der Nylonstrumpf gelang in den 1950er Jahren nach Europa und ist seither auch hier ein Verkaufsschlager.
Der Föhn ist ebenfalls ein sehr erfolgreiches Produkt im Bereich der Wellness und wurde im Jahre 1900 von Emil Rathenau erfunden. Die Geschichte des Föhns ist sehr interessant und kann in voller Länge auf diesen Seiten nachgelesen werden.
1883 erwarb der Unternehmer Emil Rathenau von dem weltweit bekannten Erfinder Thomas Alva Edison verschiedene Patente zur Herstellung von Glühlampen in Deutschland. Er gründet eine Firma, die heute noch als AEG bekannt ist. Zu den ersten Erfindungen des Unternehmens gehört eine Haartrockenmaschine. Das Gerät wog damals noch 2 kg. Im Griff des Geräts war ein Motor installiert, der aus einem Rohr 90 Grad heiße Luft blies. Der Name „Fön“ wurde 1908 als Marke geschützt. Später wurde auch noch der Ionenföhn erfunden. Dessen Ionisator erzeugt in der ausströmenden Heißluft negativ geladene Ionen, die einer elektrostatischen Aufladung der Haare entgegenwirken sollen. Frisöre sind der Meinung, dass diese Methode die Haare besser schonen können als herkömmliche Geräte.
Auch der Lockenstab hat sich als erfolgreiche Erfindung durchgesetzt. Dabei handelt es sich um eine alte Methode, die schon von den alten Ägyptern genutzt wurde. Archäologen stießen bei Ausgrabungen nämlich auf 5000 Jahre alte Lockenentwickler aus Ton. Als Lockenwickler verwendeten sie damals kleine Röhren, in die heiße Stäbe eingeschoben wurden.
Heute werden die feuchten Haare in dünnen Strähnen geteilt und anschließend um den Lockenwickler gedreht. Mit einer Nadel oder einem Gummi wird die künftige Locke so lange fixiert, bis die Haare getrocknet sind.